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Hey und willkommen in Rotterdam. Einer Stadt, die vom Wasser geprägt, mit Fantasie wiederaufgebaut wurde und nie besonders viel vom Stillstehen hielt.
Ruby Tessa liegt in Glashaven, mitten im Maritime District. Von hier sind die alten innerstädtischen Häfen, die Boompjes-Promenade und die Maas ganz nah. Die Metrostation Leuvehaven erreichst du in wenigen Minuten, Rotterdam Centraal ist etwa zehn Minuten vom Hotel entfernt. Du kommst mit dem Flugzeug? Von Centraal brauchst du mit Metro und Bus ungefähr 30 Minuten bis zum Flughafen Rotterdam The Hague.
Bevor du also irgendwohin aufbrichst, lohnt sich ein Blick in die Runde.
Zwischen modernen Gebäuden ragen Schiffsmasten in die Höhe. Historische Boote liegen neben Glastürmen. Und irgendwie wartet am Ende fast jeder Straße das Wasser.
Also, wohin zuerst? Am besten dem Hafen nach – und schauen, wo er dich hinführt.
Rund um Ruby Tessa ist Rotterdams maritime Vergangenheit nie weit entfernt.
Glashaven gehört zu einer Reihe ehemaliger Stadthäfen, zu denen auch Leuvehaven, Wijnhaven und Scheepmakershaven zählen. Der große Hafenbetrieb ist weitergezogen. Die Geschichte ist geblieben. Alte Schiffe und Kräne teilen sich die Kais heute mit Cafés, Wohnungen und glänzenden neuen Nachbarn.
Gleich um die Ecke öffnet sich das Maritime Museum unter freiem Himmel. Historische Schiffe und Maschinen stehen verteilt im Hafenbecken. Kein Samtseil, keine große Geste – einfach Rotterdam.
Von hier ist die Maas nah genug für einen spontanen Abstecher ans Wasser. Die Witte de Withstraat mit ihren Galerien, Bars und abendlichen Menschenmengen erreichst du zu Fuß in etwa zehn Minuten. In die andere Richtung liegen Markthal und Oude Haven, ungefähr 15 Minuten entfernt.
Und wenn du falsch abbiegst? Umso besser. In Rotterdam gibt es jede Menge, wovon man sich gern ablenken lässt.
Rotterdam baut keine austauschbaren Skylines.
Nachdem große Teile der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, blickte Rotterdam nach vorn, statt das Verlorene einfach nachzubauen. Das Ergebnis: eine Stadt, in der Architektur reichlich Raum zum Experimentieren bekommt.
Bei einem Spaziergang von der Boompjes-Promenade in Richtung Erasmusbrücke wird schnell klar, was damit gemeint ist. Ihr weißer Pylon neigt sich über die Maas, während Wassertaxis darunter hindurchflitzen. Auf der anderen Flussseite stapelt De Rotterdam drei Türme über der Wilhelminapier. Die Backsteinfassade des Hotel New York erinnert an die Zeit, als Ozeandampfer von hier in die Ferne aufbrachen.
Ein Stück weiter wartet schon die nächste Überraschung. Auf Katendrecht trägt das ehemalige Hafengebäude Fenix heute den Tornado – eine doppelte Wendeltreppe, die sich hoch über das Dach windet.
Ein hundert Jahre altes Lagerhaus mit glänzender Spirale obendrauf? Ziemlich Rotterdam.
Hunger? Rotterdam hat da eine Idee. Und natürlich kommt sie in architektonischer Form.
In der Markthal stehen Käse, Obst, Gewürze, Süßigkeiten und Gerichte aus aller Welt unter einem riesigen Bogen Spalier. Der Blick nach oben lohnt sich: Arno Coenens farbenfrohes Horn of Plenty zieht sich über die Decke und macht aus dem Mittagessen beinahe einen Tagtraum in Technicolor.
Draußen hält die Binnenrotte den Takt. An Markttagen rufen Händler über ihre Stände hinweg, Fahrräder schlängeln sich durch die Menge und die mittelalterliche Laurenskerk hält zwischen all der modernen Architektur ganz selbstverständlich dagegen.
Unser Plan? Etwas Herzhaftes. Etwas Süßes. Und vielleicht etwas, dessen Namen du nicht ganz sicher aussprechen kannst.
Neugier macht schließlich Appetit.
Nur ein paar Straßen weiter zeigt die Oude Haven gleich mehrere Seiten von Rotterdam auf einmal.
Historische Boote schaukeln unter Piet Bloms wunderbar schrägen Kubushäusern, während die weiße Fassade des Witte Huis über das Wasser wacht. Das Gebäude wurde 1898 fertiggestellt und war eines der ersten Bürohochhäuser Europas. Mehr als ein Jahrhundert später weiß es noch immer, wie man sich behauptet.
Zeit für einen Kaffee? Oder einfach dem Kai folgen. Taue knarren, Spiegelungen kräuseln sich und ein paar Schritte weiter sieht die Skyline schon wieder anders aus.
Du möchtest den Spaziergang noch etwas verlängern? Dann geht es hinüber nach Noordereiland. Von den Kais aus reihen sich Erasmusbrücke, De Rotterdam und die alte Eisenbahnbrücke De Hef auf der anderen Seite des Wassers aneinander.
Manche Städte haben eine gute Seite. Rotterdam hat mehrere.
Zeit, die Skyline gegen Straßenleben einzutauschen?
Dann geht es in Richtung Witte de Withstraat. Galerien, unabhängige Läden und Treffpunkte für später am Abend machen die Straße zu einem guten Ort für alles, was nicht so recht in eine Schublade passt.
Das Kunstinstituut Melly bringt zeitgenössische Kunst in eine ehemalige Mädchenschule. Das nahegelegene WORM macht es einem mit Schubladen noch schwerer. Film? Radio? Performance? Experimentelle Musik? Clubnacht? Ja.
Genau das macht den Reiz aus.
Ein Stück weiter westlich erstreckt sich der M4H Makers District über das ehemalige Hafengebiet rund um Merwe-Vierhavens. Werkstätten, Studios und Kulturräume sind in eine industrielle Landschaft eingezogen, die sich selbst noch verändert.
Poliert? Nicht immer. Voller Ideen? Auf jeden Fall.
Ein Detail übersieht man leicht: Beim Spaziergang durch die Innenstadt lohnt sich hin und wieder ein Blick nach unten.
Kleine rote Lichter im Straßenpflaster markieren Rotterdams Brandgrens – die Grenze des Feuers, das nach der Bombardierung der Stadt am 14. Mai 1940 ausbrach.
Innerhalb dieser Linie wurde die Innenstadt in einer völlig neuen Architektursprache wieder aufgebaut. Sobald du sie überschreitest, erzählen ältere Straßen und erhaltene Gebäude eine andere Geschichte.
Geschichte unter deinen Füßen. Die Zukunft über deinem Kopf.
Manchmal versteckt sich ein City Guide eben genau dort, im Straßenpflaster.
Nicht alles, was sehenswert ist, kommt mit Skyline-Blick.
Schoonoord Historischer Garten – Hinter den repräsentativen Straßen des Scheepvaartkwartier liegt dieser kleine grüne Rückzugsort. Alte Bäume, geschwungene Wege – und plötzlich ist die Stadt erstaunlich weit weg.
Sonneveld House – Eine Zeitreise direkt in die 1930er-Jahre: Stahlrohrmöbel, clevere Einbauten und genau inszeniertes Licht zeigten damals, wie das Wohnen der Zukunft aussehen könnte. Die Zukunft ist erstaunlich gut gealtert.
Fußgängertunnel des Maastunnels – Ein Tunnel als Empfehlung? Vertrau uns. Geflieste Hallen, hölzerne Rolltreppen und der Weg unter der Maas hindurch machen aus einer alltäglichen Überquerung eine kleine Filmszene.
Clone Records – Rotterdams elektronischer Puls, auf Vinyl gepresst. Electro, Techno, House und reichlich Gelegenheit, das Zeitgefühl zu verlieren.
De Hef von Noordereiland – Seit Jahren fahren hier keine Züge mehr. Eindruck macht die alte Eisenbahnbrücke trotzdem noch. Industrie-Rotterdam in einer einzigen starken Silhouette.
Architektur kann die Fantasie füttern. Irgendwann braucht es aber etwas Echtes.
Harvest Coffee Brewers – Ganz in der Nähe von Glashaven nimmt man Kaffee und Küche gleichermaßen ernst. Du kommst für einen Flat White und bleibst, weil aus dem Frühstück plötzlich Mittag geworden ist.
Bazar – Ein farbenfroher Klassiker in der Witte de Withstraat mit nordafrikanischen und nahöstlichen Gerichten – vom Morgen bis spät am Abend. Lebendig, warm und wie gemacht zum Teilen.
Rotonde – Gemüse, Feuer und Naturwein stehen in diesem entspannten Restaurant im Stadtzentrum im Mittelpunkt. Kreative Küche ohne unnötiges Theater.
Vessel11 – Ein leuchtend rotes ehemaliges Feuerschiff, das heute im Wijnhaven liegt und ein britisch inspiriertes Gastro-Pub, eine Brauerei und einen kleinen Musikclub beherbergt. Oben zu Abend essen, unten ein Konzert hören? Klingt nach einem Plan.
Nach schiefen Häusern, sich drehenden Treppen, Hafenspaziergängen und vielleicht einer Schallplatte, die du ganz sicher nicht gebraucht, aber trotzdem gekauft hast, führt der Weg am Wasser zurück nach Glashaven.
Während der Abend über die Maas zieht, gehen in den Büros die Lichter an und die Brücken beginnen zu leuchten. Rotterdams Skyline wirkt nie ganz fertig. Vielleicht ist genau das der Punkt.
Zurück in Ruby Tessa bleibt Zeit für einen letzten Drink und eine kleine freundschaftliche Diskussion. Über das Gericht, das du sofort wieder bestellen würdest. Über das Gebäude, das eigentlich keinen Sinn ergeben dürfte – und es irgendwie doch tut.
Rotterdam darf weiter nach vorn schauen.
Heute bleiben wir einfach hier.
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